Neue Baumhecke aus alten Obstsorten im Urgetreideacker sorgt für Artenvielfalt

Kontinuierlich wird am Stiegl-Gut Wildshut in St. Pantaleon die Förderung der Artenvielfalt von Flora und Fauna verfolgt. Dabei geht es auch darum, unter wissenschaftlicher Betrachtung die Ursprünglichkeit des Ackerbaus nachhaltig zu unterstützen. Dieser war in der Gegend rund um das Biergut im Innviertel seit jeher kleinflächig, mit vielen Ackerrainen, wasserführenden Gräben und Hecken zwischen den bewirtschafteten Flächen. Ein Paradies für die Artenvielfalt, wie Insekten, Vögel, Reptilien, Kleinsäuger und Wildpflanzen.

„Schüler drehen den Spieß um“
Allerdings wurde um 1950 systematisch mit der Flurneuordnung begonnen, um die landwirtschaftlichen Erträge zu steigern. „Da wurde zusammengelegt, begradigt, gepflastert, entwässert, drainiert, verrohrt und vor allem gerodet, bis die Fluren maschinengerecht aufgeteilt waren. Die Maßnahmen hatten einen dramatischen Rückgang der Tier- und Pflanzenwelt in der Agrarlandschaft zur Folge“, weiß der wissenschaftliche Berater für Bodengesundheit am Stiegl-Gut Wildshut, Konrad Steiner und ergänzt: „Nun drehen wir den Spieß um. Gemeinsam mit 34 SchülerInnen und drei LehrerInnen der HBLA Ursprung für Landwirtschaft, Umwelt- und Ressourcenmanagement legen wir wieder eine Baumhecke an.“


Ein Lebensraum der Vielfalt und des guten Geschmacks
50 alte Obstsorten, wie auch die Stiegl-Birne oder Aronia-Sträucher, werden gesetzt. „Später im Frühjahr kommen einheimische Wildfruchtarten dazu. Gemeinsam mit Kleinstrukturen wie Altholzhaufen oder Lesesteinhaufen können wir so neue Lebensräume beispielsweise für Wildbienen, Zauneidechsen oder Laufkäfer schaffen“, erklärt die Pflanzenbaulehrerin der HBLA Ursprung, Christina Fuchs und lässt dabei auch die Arbeitsweise der modernen Landwirtschaft nicht außer Acht: „Natürlich schauen wir darauf, dass der Standort der neuen Hecke für die Bewirtschaftung gut passt. Schließlich soll kein Mähdrescher behindert werden und der Acker links und rechts auf die Spurbreite der Feldmaschinen und Traktoren abgestimmt sein“, so Fuchs.


Hecken steigern Erträge in der Landwirtschaft
Nachweislich steigern Hecken die Erträge in der Landwirtschaft. Das bestätigt auch eine Ertragsmessung im angrenzenden Bayern, wo im Bereich von Hecken auf humosem Sandboden eine durchschnittliche Ertragssteigerung von 20 Prozent in einem Bereich von bis zu 150 Metern im Lee einer sechs Meter hohen Hecke erhoben wurde. Darüber hinaus schützen Hecken den Boden vor Wasser- und Winderosion, bieten Lebensadern der Landschaft, filtern Luft, bieten Lärmschutz und sind wichtige Nahrungsquelle für Mensch und Tier. Fachlich und wissenschaftlich begleitet wird das Projekt „Schützen durch Nützen“, von der Bezirkshauptmannschaft Braunau und dem Land Oberösterreich, dem Haus der Natur Salzburg sowie der „Bayerischen Akademie für Naturschutz und Landschaftspflege ANL“.*


Einladung zum INFO-Tag an der HBLA Ursprung
Wer sich näher über die Ausbildung, Inhalte und Schwerpunkte an der HBLA Ursprung informieren möchte, kann das beim „Tag der offenen Tür“ tun: Am Samstag, den 30.November 2019 von 9:00 bis 13:00 Uhr.

*Zitate und Ergebnisse aus: Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL), Institut für Ökologischen Landbau, Bodenkultur und Ressourcenschutz - Hecken, Feldgehölze und Feldraine in unserer Landschaft (2017)

Stiegl-Gut Wildshut, Wildshut 8, 5120 St. Pantaleon Pressebild Pflanzaktion Baumhecke HBLA am Gut Wildshut

Bildtext:
Pressebild 1: Volle Tatkraft für mehr Artenvielfalt am Stiegl-Gut Wildshut im Bild v.li.: Biologe Konrad Steiner, Pflanzenbaulehrerin Christina Fuchs, Peter Ebster, Annika Brandstätter (beide Schüler der HBLA Ursprung) sowie der Gutsverwalter des Stiegl-Gut Wildshut, Christoph von Hohberg.

Pressebild2 Pflanzaktion Baumhecke HBLA am Gut Wildshut

Pressebild 2: Für die neue Baumhecke am Urgetreideacker in Wildshut wurde unter anderem die alte Obstsorte „Stiegl-Birne“ gepflanzt. Im Bild v.li.: Peter Ebster, Annika Brandstätter (beide Schüler der HBLA Ursprung), Biologe Konrad Steiner, Pflanzenbaulehrerin Christina Fuchs sowie der Gutsverwalter des Stiegl-Gut Wildshut, Christoph von Hohberg.

Bildnachweis beide: www.vogl-perspektive.com /Abdruck honorarfrei!

Rückfragen richten Sie bitte an:
Stiegl-Pressestelle, PICKER PR – talk about taste,
Angelika Pehab, +43(0)662-841187-0, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!